6.3 Neue Anforderungen an die Inventurbewertung
Die Bewertung der durch die Inventur ermittelten Bestände unterscheidet sich grundsätzlich in eine Bewertung nach den Bewertungsrichtlinien des HGB (Handelsgesetzbuches) und in eine Bewertung nach den Bewertungsrichtlinien des US-GAAP (Generally Accepted Accounting Principles, Grundsätze ordentlicher Buchführung nach US-Modell). (Siehe auch Anhang 1)
Bei der Inventurbewertung konnte die Bewertungsrichtlinie vor Version 6.0b (Programm MWI385) über ein Markierungsfeld ausgewählt werden, derzeit werden aber immer beide Rechnungen parallel durchgeführt und es stehen jeweils beide Werte zur Verfügung. Bei Bewertung nach HGB wird eine Abwertung aufgrund des „UF III – Faktors“ (Umbewertungsfaktor) vorgenommen werden. In diesem Fall war vor Version 6.0b (Programm MWI385) das Eingabefeld „UF III - Faktor“ ein Pflichtfeld.
Innerhalb beider Bewertungsverfahren wird je nach Art der Bewertung aus der Zählliste unterschiedlich gerechnet, wobei der „UF III - Faktor“ nicht immer ausgewertet wird. Die Werte laut HGB können sich nur bei den Bewertungsarten „20“ und „40“ von den Werten laut US-GAAP unterscheiden. Die HGB-Angaben werden nur ausgegeben, wenn sie sich von den US-GAAP-Werten unterscheiden. Betroffen sind: Wert mit Bewertung, Differenz aus Bewertung, EWB, alle Risiken, zusätzliche Abwertungen, errechneter Preis laut Bewertung und Zählmenge.
In einer Zählliste stehen also nur Teile mit derselben Bewertungsart. Bei der Erstellung der Zählliste im Programm "381 / 382 Zählliste erstellen/drucken" erfolgt die Zuweisung der Bewertungsart zu der Zählliste. Diese Bewertungsart wird dann in "385 Inventurbewertung" ausgewertet.
Hinweis: Über ein vom Anwender festzulegendes Kriterium (entsprechend selektieren) wird beim Erstellen einer Zählliste vom Anwender die Bewertungsart der Zählliste zugewiesen. Der Anwender übernimmt selbst die Verantwortung, dass z.B. in einer Zählliste der Bewertungsart ‚Material’ auch nur Material enthalten ist.
Folgende Bewertungsarten können ausgewählt werden:
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Material (Materialkäufe (MKF))
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Endprodukte (FE wie Fertigerzeugnis) und Baugruppen (UET wie unfertiges Erzeugnis Teil)
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Ersatzteile Material
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Ersatzteile FE / UET
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Leihspindeln (Servicepool)
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Handelswaren (MKH)
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WIP (Work in Process)
