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9921.16 Koppelungen bearbeiten
Dieser Programmpunkt wird durch die Menükennziffer "K" im Listengenerator Definitionsmenü aufgerufen. Bevor eine Dateikoppelung über die Funktion "Koppelungen bearbeiten" oder ein Koppelfenster bei der Eingabe eines Datei-Indexes hergestellt wird, sollte dieses Kapitel auf jeden Fall gelesen werden.
Die mit dem Listengenerator hergestellten Dateikoppelungen sind von den Relationen im DataDictionary der infra-Datenbank unabhängig. Alle dort hinterlegten Dateiverbindungen werden bei der Installation des Listengenerators als Koppelinformationen importiert, so dass alle Standard-Koppelungen ohne zusätzliche Angaben direkt im Listengenerator verwendet werden können. Alle zusätzlichen Dateikoppelungen müssen einmal beschrieben werden und sind dann jederzeit wiederverwendbar.
Eine Listendefinition kann maximal 13 Dateikoppelungen gleichzeitig verwenden. Jede Koppelung wird in einer Rollzeile gemäß folgendem Bildschirm beschrieben.
Abbildung: Koppelungen bearbeiten
In der Regel findet in diesem Programmpunkt zunächst die Beschreibung aller für die aktuelle Listendefinition zu verwendenden Koppelungen statt, auf die dann bei der Anlage der einzelnen Listenelemente zurückgegriffen werden kann. Eine Koppelung kann aber auch erst dann beschrieben bzw. für die aktuelle Listendefinition aktiviert werden, wenn sie bei der Bearbeitung eines Listenelementes benötigt wird. In diesem Fall geben Sie z.B. bei der Beschreibung eines Listenfelds als Datei-Index die gewünschte Datei an. Ist dies nicht die Leitdatei, so wird automatisch ein Koppelfenster (Abbildung "Koppelfenster") geöffnet, in dem Sie entweder eine für die aktuelle Listendefinition bereits verwendete Dateikoppelung auswählen oder eine neue Koppelung aufnehmen können.
Beschreibung der Bildschirmfelder
A (Aktionsspalte)
Eingabe einer Zeilenoperation. Zulässige Eingaben sind
L
Löschen der aktuellen Rollzeile nach einer Sicherheitsabfrage
Beim Löschen einer Dateikoppelung für die aktuelle Listendefinition, wird vor dem Löschvorgang die Löschbarkeit der Koppelung geprüft. Wird in irgendeinem Listenelement auf diese Koppelung zugegriffen oder bauen andere Koppelung auf diese Koppelung auf, so kann die Koppelung nicht gelöscht werden.
H
Hinzufügen weiterer Rollzeilen
" "
Keine Aktion, bearbeiten der aktuellen Rollzeile
Nummer
Dieses Feld wird automatisch versorgt und kann nicht geändert werden. Alle Dateikoppelungen werden fortlaufend durchnumeriert. Diese Nummern, auch Koppelnummer oder Koppelebene genannt, werden zum Beispiel für den Aufbau von Koppelungen auf anderen Koppelungen verwendet (mehrstufige Koppelungen). D.h. Dateikoppelungen müssen nicht immer auf der Leitdatei basieren, sondern können sich auch auf eine Koppeldatei beziehen (Kapitel 992.02 Begriffe und Verfahren). Der jeweilige Bezug zu einer Koppelung wird über die Koppelnummer hergestellt. Das ist notwendig, da die gleiche Datei mehrmals in verschiedenen Koppelebenen angekoppelt werden darf und somit ein Bezug allein durch den Datei-Index der Koppeldatei zu Missverständnissen führen würde (Beispiel: Zu einer Stücklistenposition wird die Bezeichnung des übergeordneten Teils und die Bezeichnung des untergeordneten Teils benötigt, dazu müssen zwei verschiedene Koppelungen zur Teilestammdatei aufgebaut werden -> Beispiel in Kapitel "Begriffe und Verfahren").
Zweig
Mit diesem Feld kann jeder Koppelung ein Koppelzweig zugeordnet werden. Es können maximal 9 Zweige vergeben werden. Über die Wirkung von Koppelzweigen lesen Sie bitte in Kapitel 992.02 Begriffe und Verfahren den Abschnitt "Koppelungen mit Zweigen".
von Datei
An dieser Stelle wird der Index der Datei angegeben, von der aus eine Koppelung zu einer anderen Datei aufgebaut werden soll. Dieses Feld wird beim Hinzufügen einer neuen Koppelung mit dem Index der Leitdatei vorbelegt. Als Eingabe sind alle Dateien zulässig, zu denen bereits eine Verbindung in der aktuellen Listendefinition besteht. Die Leitdatei ist immer zulässig. Die Dateiverbindungen werden dabei nacheinander von der niedrigsten zur höchsten Koppelnummer vorgenommen. Möchten Sie nun eine neue Koppelung von einer Koppeldatei aus aufbauen, so muss die neue Koppelung eine höhere Koppelnummer bekommen als die Ausgangskoppelung -> sie muss also unterhalb der Rollzeile der Ausgangskoppelung hinzugefügt werden.
Eine Änderung dieses Felds bei einer bereits angegebenen Koppelung ruft automatisch das Koppelfenster (Abbildung "Koppelfenster") auf.
zu Datei
Hier wird der Index der Koppeldatei angegeben, zu der an dieser Stelle eine neue Verbindung aufgebaut werden soll. Erlaubt sind die Indizes aller infra-Dateien. Nach der Eingabe wird das weiter unten beschriebene Koppelfenster aufgerufen, in dem die Verbindungsdaten dieser Koppelung angegeben bzw. bestätigt werden können.
Eine bereits erfasste Koppelung kann an dieser Stelle nicht mehr geändert werden. Sie kann nur durch Löschen der aktuellen Zeile aufgehoben werden. Dabei wird die Konsistenz der Dateikoppelungen durch eine Verwendungsprüfung gesichert.
Pfad
Der Pfadindex gibt den Zugriffspfad auf die Koppeldatei (zu Datei) an. Über diesen Pfad wird ein Koppelsatz bei der Auswertung der Koppelung gelesen. Er bestimmt, welche Felder als Koppelfelder verwendet und in welcher Reihenfolge bei mehrdeutigen Koppelungen die Koppelsätze zur Verfügung gestellt werden. Durch eine Änderung dieses Felds wird das Koppelfenster (Abbildung "Koppelfenster") aufgerufen. Bei der Beschreibung dieses Fensters finden Sie weitere Informationen zum Pfadindex einer Koppelung.
Art
Dieser Wert bestimmt bei der Abarbeitung der Listendefinition in Modul SIB-T02 die Vorgehensweise beim Lesen und Auswerten der Koppeldatensätze. Bevor Sie sich die verschiedenen Koppelarten anschauen, sollten Sie sich über die verschiedenen Koppeltypen (z.B. eindeutige und mehrdeutig Koppelungen) im Kapitel 992.02 Begriffe und Verfahren informiert haben.
Die Koppelart bestimmt, ob und wie viele gültige Koppelsätze der Listengenerator beim Auswerten einer Dateikoppelung findet. Gültige Koppelarten sind:
0
Koppelzwang/unterstützt Mehrdeutigkeit
Bei Verwendung dieser Koppelart muss für die aktuelle Koppelung ein gültiger Datensatz in der Koppeldatei existieren (Koppelzwang). Wird kein gültiger Koppelsatz gefunden, so wird der nächste Satz der nächstniedrigeren Koppelebene (z.B. der Leitdatei) gesucht und die Koppelung erneut probiert.
Werden statt einem mehrere gültige Koppelsätze gefunden (mehrdeutige Koppelung), so wird bei dieser Koppelart jeder gefundene gültige Koppelsatz durch den Listengenerator verarbeitet.
1
Koppelzwang/unterstützt keine Mehrdeutigkeit
Diese Koppelart wirkt zunächst wie Koppelart 0 und erwartet zwingend einen gültigen Koppelsatz für die weitere Verarbeitung. Werden dagegen mehrere gültige Sätze gefunden, so wird nur der zuerst gefundene gelesen und ausgewertet, alle weiteren Koppelsätze werden ignoriert. Diese Koppelart wird in der Regel dann verwendet, wenn die Eindeutigkeit einer Koppelung bekannt ist (z.B. Zugriff auf die Teilestammdatei über die Teilenummer).
2
kein Koppelzwang/unterstützt Mehrdeutigkeit
Bei Verwendung dieser Koppelart muss für die aktuelle Koppelung kein gültiger Koppelsatz in der Koppeldatei existieren. Die Verarbeitung wird in diesem Fall trotzdem durchgeführt, der erwartete Koppelsatz enthält in diesem Fall nur Leerzeichen (dazu Listenbeispiel "BEISPIEL 3", dort wird in einer Rechenregel auf einen leeren Koppelsatz reagiert).
Werden dagegen gültige Koppelsätze gefunden, so verhält sich der Listengenerator wie bei Koppelart 0, alle Koppelsätze werden zur Bearbeitung angeboten.
3
kein Koppelzwang/unterstützt keine Mehrdeutigkeit
Auch bei dieser Koppelart wird ein leerer Datensatz für eine nicht erfolgreiche Koppelung angeboten. Werden allerdings gültige Koppelsätze gefunden, so wird nur der zuerst gelesene zur Verarbeitung zugelassen (vgl. Koppelart 1).
4
negative Koppelung
Diese Koppelart verhält sich grundsätzlich anders als die Koppelarten 0 bis 3. Findet der Listengenerator für diese Koppelung einen Datensatz in der Koppeldatei, so wird keine weitere Verarbeitung mit diesem Koppelsatz zugelassen. Der entsprechende Datensatz wird ignoriert. Existiert dagegen kein gültiger Koppelsatz in der Koppeldatei, bietet der Listengenerator einen leeren Datensatz zur Verarbeitung an. Mit dieser Koppelart kann zum Beispiel festgestellt werden, zu welchen Teilen aus der Teilestammdatei keine Stücklisten existieren (-> negative Koppelung zwischen Teilestamm und Stückliste).
Funktionstasten
<F2>
K.felder (Koppelfelder)
Über diese Funktionstaste wird das im folgenden beschriebene Koppelfenster zur aktuellen Koppelung aufgerufen.